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Visitatio sepulchri

Weingartner Osterspiel


Am Beginn der Entwicklung dramatischer Darstellungsformen in der Liturgie steht das Ostergeschehen, das auch als Visitatio sepulchri, als Besuch der Frauen am Grab, bezeichnet wird.

Das Osterspiel bzw. zunächst die Osterfeier entwickelt sich aus einem einfachen Dialog biblischen Ursprungs zwischen dem Engel bzw. den Engeln und den Frauen, die früh am Morgen zum Grab kommen, um den Leichnam Jesu zu salben.

Hieran schliessen sich im Laufe der Weiterentwicklung die Frage der Marien, wer ihnen den Stein vom Grab wälze, und ihre Kündigungsbotschaft von der Auferstehung Jesu, nachdem sie selbst in das Grab gegangen sind und sich von seiner Leere überzeugt haben.

Weiterhin wird der Jüngerlauf hinzugefügt: Petrus und Johannes eilen zum Grabe und präsentieren als Bestätigung der Auferstehung die leeren Leinenbinden und das Schweisstuch.

Eine solche "Visitatio sepulchri" findet sich auch in einer um 1200 geschriebenen Handschrift aus dem Kloster Weingarten (heute unter der Signatur HBI55 in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart).

Für die szenische Aufführung innerhalb der Liturgie anlässlich eines Werkstattgesprächs der Deutschen Bischofkonferenz in Weingarten im September 2010 wurden die Neumen der Handschrift aufgrund von Parallelüberlieferungen singbar gemacht.

Gesten, Kleidung und Requisiten besitzen hierbei symbolischen Charakter und sind streng ritualisiert, da sie selbst wieder aus dem Formelkanon der liturgischen Gebärden und Riten schöpfen.
Buchau




Weiterführende Informationen:
  • [-> Video]

  • Programminformationen:

    • 8 Sänger/Darsteller, größerer Kirchenraum

  • Aufführungen:

    • 09. 09. 2010, 18h
      Ehemaliges Kloster Weingarten, Basilika [-> Video]

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